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Runde Sache

Auf meiner letzten Chinareise gab’s ein wenig Auffrischung zum Thema Architektur. Ich verbrachte einige Tage auf dem Land in der Provinz Fujian und schaute mir dort eine ganz bestimmte Spezies von Rundhäusern an. Die Erbauer und Bewohner gehören der ethnischen Minderheit der Hakka an und vieles besitzt seit einiger Zeit den Stempel Weltkulturerbe. Der Chinese nennt diese Häuser „Tolou“, was nichts anderes bedeutet als Erdhaus. Die Aussenwände sind ca. 3m dick.

Tianloukeng

Die Größe der Häuser variiert. Ebenso die Anzahl der Stockwerke. Der größte Tolou hat fast 90m Durchmesser und kann mehrere hundert Menschen beherbergen. Ein kleines Dorf in einem Gebäude sozusagen. Viele Bewohner sind inzwischen in die Städte abgewandert und so kann man als Tourist dort auch ein Zimmer finden. Die Innenhöfe sind eigentlich immer gleich, zumindest in den Tolou, die ich besichtigt habe. In der Mitte steht oft der Tempel, drumherum wird gekocht und gearbeitet. Mittlerweile dominieren die Souvenirstände. 😀

Yuchang Lou

Die Bewohner sind geschäftstüchtig. Wer einen Blick aus den oberen Etagen werfen möchte muß Eintritt bezahlen. 50ct hat mich diese Perspektive gekostet. Ein Fischauge wär hier gut gewesen, hab aber keins.

Yanxiang Lou

Yanxiang Lou

Als die Amis in den 60er Jahren mit der Satellitenüberwachung begannen, hielten sie die Rundhäuser für Raketenabschußbasen….  Typisch Ami….

Tianloukeng

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33 Antworten

  1. Wonderful place and photo’s!

    20. März 2014 um 22:25

  2. COOL!

    20. März 2014 um 22:26

    • Danke Alois. War auch ein klasse Urlaub. 🙂
      LG kiki

      20. März 2014 um 22:30

  3. Coole WG 🙂

    20. März 2014 um 22:26

    • Find ich auch. Ist nur ein wenig größer als bei uns, aber das ist ja so einiges in China 😀
      LG kiki

      20. März 2014 um 22:31

  4. Wow, echt cooler Einblick und ein interessanter Bericht! Wirkt auch ohne Fischauge. Hast Du eine Ahnung wie alt diese Häuser auf deinen Fotos sind?

    20. März 2014 um 22:52

    • Puh, schwierig. Man hat vor Ort nicht immer die Möglichkeit auf eine englische Übersetzung. Ich muß auch gestehen, daß ich im Anschluß Schwierigkeiten hatte die Bilder zuzuordnen. Hätte mir vor Ort besser Notizen machen sollen… Erbaut wurden diese Häuser zwischen dem 12. und 20. Jahrhundert. Im letzten Bild ist das eckige Gebäude in der Mitte um 1796 erbaut worden, die Rundbauten drumrum sind allesamt aus dem 20. Jahrhundert. Beim 2. Foto bin ich mir nicht ganz sicher, aber wenn ich das Gebäude richtig zugeordnet habe stammt es aus dem Jahr 1308.

      20. März 2014 um 23:12

  5. Super interessant. Du kommst wohl öfters nach China???

    21. März 2014 um 00:42

    • Ich war 4x in China. Aber ganz ehrlich, ich hab noch nicht viel gesehen, dafür ist es einfach zu groß.
      LG kiki

      21. März 2014 um 08:29

  6. Ahh, eine chinesische Hofreife! 😉 … tolle Bilder. Ich hab mal einen TV Bericht über die Häuser und die Hakkas gesehen. Sehr spannend! 🙂

    21. März 2014 um 04:32

  7. Wow, noch nie davon gehört. Danke für die kleine aufschlussreiche Reportage. Anhand Deiner Fotos kann ich mir gut vorstellen wie riesig das dort ist und was für ein Getümmel dort herrschen musste als die Anlage noch voll bewohnt war. Wäre nix für mich gewesen, so eng aufeinander zu hocken.
    LG, Gilles

    21. März 2014 um 09:25

    • Moin Gilles,
      für mich kommt dieses Wohnmodell auch nicht in Frage, ein wenig mehr Distanz ist schon was feines. Der Nachbar muß nicht alles wissen 😉 Der erste Tolou in dem ich nach einer Übernachtungsmöglichkeit fragte, hatte zwar ein schönes Zimmer mit angrenzender Naßzelle, aber es fehlte die Toilette. Als ich danach fragte, wurde auf den Eimer gezeigt, der vor der Zimmertür in dem Rundgang stand. Nun ja… das war mir dann doch etwas zu „authentisch“ 😀 Bin später in einem kleineren Modell untergekommen, welches von einer Familie bewirtschaftet wurde und eine „western toilet“ an der Stelle hatte, wo sie nach unserem Empfinden auch hingehört. 😉 Die Zimmer sind allerdings sehr hellhörig, wer einen empfindlichen Schlaf hat, sollte besser ein Hotel aufsuchen.
      LG kiki

      21. März 2014 um 11:26

  8. Klasse und eine im wörtlichen Sinne „runde Sache“. Danke für diese schönen und informativen Einblicke.
    Herzliche Grüße
    Stefan

    21. März 2014 um 09:39

    • Vielen Dank Stefan,
      freu mich tüchtig, daß meine kleine Reportage so gut ankommt.
      LG kiki

      21. März 2014 um 11:28

  9. Sympathische Sache ! Das nenne ich mal Gemeinschaft. Und geschäftstüchtig sind die Asiaten gewiss;-) Aber 50 cents ist doch ein Blick von oben wert, gell.
    schönes Weekend, lG Thee

    21. März 2014 um 09:58

    • Hallo Thee,
      ja der Blick war es mir wert. Ich fühlte mich in dem Moment auch nicht wirklich abgezockt 😉
      Wünsch Dir auch ein schönes Wochenende
      LG kiki

      21. März 2014 um 11:30

  10. Da bekommt die Aussage: ich dreh mal eben ne Runde ums Haus doch eine völlig neue Bedeutung ! 😉
    Allerdings stell ich mir gerade vor, daß es da wenn, man nach einem feuchtfröhlichen Abend leicht desorientiert heimkommt, durchaus interessant werden könnte…. O_o 😀
    Gruß
    Stefan

    21. März 2014 um 14:34

    • Oh ja, dann würde ich gerne Mäuschen spielen und schauen, wie die Leute ihr Zimmer finden 😀 Gut, daß meine Herberge klein und übersichtlich war…. 😉 Die Gegend ist aber bekannt für guten Pu Erh Tee. Es gab viele Möglichkeiten für eine Teeverkostung. Ich hätt’s gerne gemacht, aber da es ein kleines Sprachproblem gab, bin ich nicht hingegangen. Was nutzt es den Tee zu probieren aber die Geschichte dazu versteht man nicht. Also wieder der Griff zur Bierflasche…
      LG kiki

      21. März 2014 um 23:06

  11. Warum sollten Häuser auch immer quadratisch sein? Und, warum sind sie es überhaupt? Rund sieht doch super aus, wirkt sympathisch und hat was von einem Dorf im Kleinen. Die Bilder gefallen mir alle sehr gut. Und die Geschichte dazu auch. Gruß – KUM

    21. März 2014 um 17:24

    • Vielen Dank KUM.
      Bei den Hakka heißt es angeblich, daß sich böse Geister gerne in Ecken aufhalten und daher einer runden Konstruktion keinen Platz finden. Ob’s wirklich stimmt, weiß ich nicht, da es durchaus auch eckige Tolou gibt. Hab selber in einem übernachtet und nichts Böses bemerkt 😉 Ich freu mich echt, daß die Bilder so viel Zuspruch finden. Ich war erst ein wenig skeptisch, da es eigentlich nur einfache Motive sind. Postkarten sozusagen. Ich hätte gerne etwas anderes versucht, aber das sehr schlechte Licht in den unteren Etagen und die teilweise unüberschaubare Menge an Besuchern ließ nicht viel Spielraum. Dazu die Souvenirstände, das wirkte einfach nicht. Ich war 3 Tage in dieser Gegend und wenn sich das Motiv ständig wiederholt, läßt man irgendwann auch die Kamera in der Tasche. Aber es war toll!
      LG kiki

      21. März 2014 um 23:23

  12. Danke für diesen tollen Einblick in die chinesische Architektur. Die Häuser haben was von nem Colloseum. 😉 Tolle Bilder, die du mitgebracht hast!

    21. März 2014 um 21:27

    • Das stimmt. Das sagen viele Besucher die vor Ort waren. Und eigentlich haben sie auch ein wenig recht. 🙂
      LG kiki

      21. März 2014 um 23:26

  13. built without a screw or nail!!! nice visit 🙂

    22. März 2014 um 05:39

    • Thanks Alan 🙂 It’s an impressive and exceptional kind of architecture. I love this place!

      22. März 2014 um 15:13

  14. Hi Kikki, superspannender Artikel und wirklich interessante und tolle Bilder. Man gewinnt einen guten Eindruck, auch ohne Fischeye. Von oben sieht es auch spannend aus. Davon hatte ich noch nie gehört. Ich stelle mir vor, dass diese Art zu leben viele Vorteile hat und den Gemeinschaftssinn fördert. LG, Conny

    22. März 2014 um 08:24

    • Danke Conny 🙂
      Hier wird Gemeinschaftssinn wirklich auf engstem Raum gepflegt und das hat auch über die Jahrhunderte sehr gut funktioniert. Allerdings bleibt auch diese Gegend nicht davon verschont, was auch in allen anderen ländlichen Gebieten passiert. Viele junge Leute ziehen in die Städte, auf der Suche nach besseren Verdienstmöglichkeiten. Die, die zurück bleiben bestreiten den Lebensunterhalt mit Feldarbeit und Teepflückerei. Einfacher haben es nur diejenigen, deren Gebäude auf der Besucherliste der Reisegruppen stehen.
      LG kiki

      22. März 2014 um 15:56

      • Diese Entwicklung beobachtet man also nicht nur hier. Wie wird die Welt in der Zukunft irgendwann aussehen? Leben wir alle dann nur in Großstädten? Bis auf die wenigen Bauern? Zumindest so lange, bis auch solche Dinge vollautomatisiert und ferngesteuert betrieben werden können? Schade, dass man keinen Blick in die Zukunft werfen kann.
        In diesem Fall bleiben zumindest auch die, die an den Touristen verdienen.

        22. März 2014 um 16:32

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