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On the beach III

Es gibt auf Rügen einen Ort, da steht dem unbeschwerten Strandtag ganz kurz etwas im Wege. Ignorieren und drumherum laufen ist nicht, dafür ist das Gebäude zu lang, zu monströs. Wie seine Geschichte. Genormte Erholungstage für gleichgeschaltete Gemüter aus einer Zeit, welche ein ganz bestimmtes Kapitel deutscher Geschichte wieder präsent erscheinen läßt. Man muß durch diesen Bau also „durch“, auch im Gedanken. Ich find’s gut, man hält einen Moment inne, kann es kaum fassen, was sich hier einst für eine Ideologie breit gemacht hat und ist froh daß es vorbei ist.

Der Strand wartet, man atmet tief durch und sucht sich ein nettes Plätzchen. Das Gebäude lauert jetzt im Hintergrund, fast wie eine Mahnung an alle, die meinen, dieses Kapitel ignorieren zu müssen. Geschichte kann man aber nicht ignorieren, man kann aber aus ihr lernen, Punkt!

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23 Antworten

  1. Hi Kiki, das hast Du schön dokumentiert. Schwarz weiss passt zum Thema. Tourists are Terrorists?!? Das letzte Bild stimmt mich dann wieder irgendwie optimistisch obwohl der Mensch unberechenbar ist. Also her mit dem guten Leben so lange wie es nur geht.
    Liebe Grüsse

    1. August 2014 um 17:38

    • Moin Gilles,
      ganz meiner Meinung, man soll das schöne Leben genießen, so lange man eins hat und die düsteren Zeiten hinter sich lassen. Beim Terroristengraffiti mußte ich innerlich ein wenig schmunzeln. Ob vielleicht einige Verhaltensweisen der Urlauber damit gemeint sind? Zumindest ist der Strand auch immer ein herrliches Gebiet für Beobachtungen von Verhaltensmustern. Da trau ich mich aber mit der Kamera nicht hin 😉 statt dessen guck ich lieber bei Martin Parr. Der kann’s am besten.
      LG kiki

      1. August 2014 um 19:19

  2. Schöne Serie, das erste Foto ist grandios, finde ich. Kommt man da auch rein?

    1. August 2014 um 19:03

    • Vielen Dank 🙂
      In das Gebäude kannst du auch rein. Viele Eingänge sind offen, es wird aber auch drauf hingewiesen, daß in einigen Bereichen Einsturzgefahr herrscht. Im Grunde kannst du bis auf’s Dach hoch. Da viele Treppenaufgänge aber etagenweise abgesperrt sind ist es nicht gerade einfach sich in dem Gebäude zurechtzufinden. Ich hatte etwas Muffe, daß ich mich verlaufe, außerdem ist es gut, wenn man eine Taschenlampe und festes Schuhwerk trägt. Vielleicht beim nächsten Besuch 😉
      LG kiki

      1. August 2014 um 19:26

      • Schon richtig. Man soll in diese Häuser auch nicht alleine rein, gerade weil leicht etwas passieren kann. Bin selbst als Kind auf einer Baustelle abgestürzt, ging aber gut aus. Aber neugierig ist man eben doch…

        1. August 2014 um 22:34

        • Au weia, da hast du ja schon dein „Erlebnis“ in solchen Dingen gehabt. Es stöbern aber viele Leute dort herum. Ein Kollege von mir war dort mal auf einer Technofete. Die sind auf Irrwegen bis auf’s Dach hoch, daher weiß ich das auch mit den teilweise versperrten Treppenhäusern. Ich werd auf jeden Fall noch mal nach Rügen fahren und wer weiß, vielleicht bin ich dann auch neugierig…
          LG kiki

          1. August 2014 um 23:22

          • Das geht alles sehr schnell, eine überstehende Schaltafel, ein Schritt zu viel, ein Bein weg, das andere auch, und schon liegst du wie ein Käfer auf dem Boden. Gut wenn es das Erdreich ist und nicht der Betonboden. Über 3 Meter sind viel.
            Jahre später war ich in einem Abbruchgebäude, aber nur eingeschossig, eine alte Halle, da hab ich auch ein paar Fotos hier drin, alles noch aus analoger Zeit. Da waren wir zu zweit, zeitweise auch mal allein. Da hast du eben deine Ruhe. Wenn es dann aber dunkel wird, kann sowas schon sehr dunkel und unübersichtlich werden.
            Aber spannend bleibt es auf jeden Fall.

            2. August 2014 um 00:43

  3. RK

    Interessanter, morbider Ort mit gewissem Charme 😉

    1. August 2014 um 19:44

    • Mittlerweile ist es ja zum Glück ein freundlicher Ort, wo es sich die Leute gutgehen lassen. Ich find’s auch gut, daß das Gebäude und seine Geschichte erhalten bleibt und quasi zu Teilen auch wieder genutzt wird. Vergessen kann man sowas eh nicht.
      LG kiki

      1. August 2014 um 22:42

  4. Tolle Bilder! Danke. 🙂

    1. August 2014 um 20:20

    • Vielen Dank, freu mich, daß dir die Bilder gefallen. 😀
      LG kiki

      1. August 2014 um 22:43

  5. Toll dokumentiert, gute Bilderwahl und b/w drängt sich beinahe auf. Eindrücklich, zum nachdenken und doch zuversichtlich sein.
    Liebe Grüsse Thee

    1. August 2014 um 21:15

    • Danke Thee,
      es war wirklich beeindruckend. Man latscht von der Strasse einfach Richtung Strand und auf einmal, bum! da steht dieser Koloss vor einem. Es ist auch tatsächlich noch als „KdF Seebad Rügen“ ausgeschildert. Man hat einige Gebäudeteile saniert, die Jugendherberge ist da auch schon drin. Es ist vielleicht ein Ort mit Zukunft geworden, gegen das Vergessen und Ignoranz. Die Geschichte wird auf ewig an diesem Gebäude haften, aber das ganze Drumherum, was dort jetzt stattfindet stimmt zuversichtlich. Das Böse ist erstmal weg!
      LG kiki

      1. August 2014 um 23:09

  6. Tolle Bilder. Und sie leuchten! Schade, dass Du nicht auch noch den Teil aufgenommen hast, der Wiederbelebt wurde. Oder wo der Versuch gemacht wird, dieses Monstrum wieder zu beleben. Das sagt ja auch einiges über das Gebäude aus. Das letzte Bild ist mein Favorit. Gruß – KUM

    1. August 2014 um 22:28

    • Vielen Dank KUM,
      es war ganz furchtbar hartes Licht vor Ort, hier passt es, zum Glück! Ich hab mir die Jugendherberge angeschaut und bin auch an dem Museum vorbei, irgendwie waren mir da aber zu viele Leute unterwegs. Es gibt eine Aufnahme, wo man ein kleines bisschen die Sanierung sieht, es hätte gut in die Serie gepasst, wie ich jetzt feststellen muß. Ich muß mal schauen, ob ich es für das Holidayspecial von PABUCA nehme, da hast du mich jetzt auf eine Idee gebracht. Das letzte Bild ist auch mein Favorit. Daher hab ich es auch an’s Ende dieser Serie gepackt, als Happy End sozusagen 😉
      LG kiki

      1. August 2014 um 23:17

  7. Pingback: Sunday special: HOLIDAY PABUCA TO GO | spiegelbremse

  8. Ein sehr interessanter (und ja, bedrückender) Ort, an dem ich einmal an einer Führung teilgenommen hatte. Großartig eingefangen von deinen Fotos!

    3. August 2014 um 19:46

    • Vielen lieben Dank!
      Ich fand den Ort beeindruckend und einschüchternd zugleich, schon aufgrund seiner Geschichte. Echt monströs…
      LG kiki

      3. August 2014 um 23:53

      • Monströs trifft es voll, genau. Herzliche Grüße, Holger

        4. August 2014 um 22:11

  9. Hi Kiki, ein interessanter Beitrag mit tollen Bildern! Als wir auf Rügen waren, haben wir das verpasst. Sehr wohl davon gelesen, aber irgendwie waren wir zu träge, um den Ort zu suchen. Umso mehr freut mich, dass du Bilder davon zeigst. 🙂 Aha, so kommst du auf deine Ideen zu den Pabuca-Themen ;-). LG, Conny

    7. August 2014 um 22:35

    • Moin Conny,
      man verpasst so einiges auf Rügen, dafür ist es einfach zu groß. Außerdem war es tagsüber ziemlich heiß, von daher bin ich meistens durch den Jasmund und am schattigen Strand entlang gewandert. So hatte ich wenigstens meine Ruhe, es waren einfach zu viele Touristen zu dieser Zeit vor Ort. Die Prora war nun als einziges Ausflugsziel wirklich geplant, aber auch dort war der Strand proppevoll. Beim nächsten Besuch werd ich eine andere Jahreszeit wählen.
      LG kiki

      7. August 2014 um 23:10

  10. mmmh der Strand ist ja nicht schlecht…aber die Umgebung………….

    3. September 2014 um 15:13

    • Nun ja… die gehört auch dazu 😉

      3. September 2014 um 18:50

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