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Infrarot 3

Ich habe meine Meinung geändert. Mich stört das viele Grün in der Natur nicht mehr, sondern es kann gar nicht genug davon geben. 😉 Angefangen hat ja alles mit einem Hoya IR72 und einem verstauchten Fuß. Also erst einmal Pause, Zeit zum Nachdenken. Da ich gerne auch das kleine Weitwinkelzoom mit auf Tour nehmen wollte, bestellte ich noch den passenden IR Filter von Heliopan dazu und zog dann durchs Blockland. Mit den Ergebnissen war ich allerdings nicht sonderlich zufrieden und so folgten noch einige Touren durch den Bremer Bürgerpark auf der Suche nach dem, für Infrarot, typischen „Wood-Effekt“. Leider kam nur grauer Matsch dabei heraus. Ich probierte verschiedene Tageszeiten aus, verschiedene Lichtsituationen, aber es wurde nicht besser.

Viel Frust machte sich breit, aber irgendwie trieb es mich innerlich immer wieder auf’s Neue an. Die Lösung zeigte sich als ich mit beiden Filtern loszog und bemerkte, daß bei gleichem Motiv der Hoya ein wunderbares Infrarotbild erzeugte, während der Heliopan im gleichen Moment wieder nur grau zeigte. Aha!

Warum nicht gleich einen zweiten Hoya Filter statt Heliopan? Ganz einfach, der Heliopan ist ein Slimfilter, bei Weitwinkel ist das eigentlich besser, aber nun mußte ein neuer Hoya in’s Haus. Ich schaute erst in die Kleinanzeigen, da ich keine Lust auf Neupreis hatte. Gab aber keinen, also doch neu kaufen. Es gab aber rein zufällig etwas anderes… hab’s ignoriert… zwischendurch dann doch wieder geguckt… unschlüssig…. und letztendlich dann doch erworben.

Es ist eine sehr alte Kamera, nicht viel Tüddelkram, sondern nur die allerwichtigsten Funktionen, die man zum Fotografieren braucht. Und sie ist für Infrarotfotografie umgebaut. Kein Stativ mehr, kein Filtergeschraube, einfach abdrücken und gut. Heute bin ich das erste Mal so richtig mit der „neuen“ durch den Bürgerpark gezogen und ich fühle mich regelrecht befreit. Es klappt also doch. Gut, da ich auch bei der Nutzung von IR Schraubfiltern keinen Ärger mit Hot-Spots gehabt habe, fallen einem solche Entscheidungen leichter. Nun bekommt eine alte 5D bei mir ihr Gnadenbrot und ich hoffe sie hält noch ein wenig durch. Alte technische Geräte sind nun auch ein gewisses Risiko.

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Auch mit dem Kanalmixer kann ich mich jetzt anfreunden. Mit den Schraubfiltern hatte ich immer so merkwürdige Vignettierungen am Bildrand. Für s/w war das egal, aber bei Farbinfrarot sah das nicht gut aus.

Das ist jetzt vorbei und nun macht mir auch diese Spielerei viel Spass. Mein Favorit werden aber die s/w Bilder bleiben.

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24 Antworten

  1. HI Kiki
    na du kennst meine Meinung, mag diese Verfremdungen generell nicht so. Aber das letzte Bild gefällt mir doch gut. Sieht fast wie ein Märchenschloss aus. Fast so, wie wenn es voller Raureif ist. LG Thee

    22. August 2015 um 22:58

    • Moin Thee
      Ich weiß, daß diese Aufnahmen nicht Deinen Nerv treffen. Es geht halt schon eher in die etwas surreale Ecke. Den ganzen Sommer lang versuchte ich mich in Infrarotfotografie und trotz allen Frustes habe ich mich immer wieder von neuem diesem Thema gewidmet. Es trieb mich geradezu immer wieder vor die Tür. Eigentlich sollte man sich als kleiner Hobbyknipser solchem Stress nicht aussetzen, aber es rumorte in mir, ich wollte mich nicht mit den Ergebnissen zufrieden geben. Mit der „neuen“ Kamera fiel ein gehöriges Stück Ballast von meinen Schultern, hab schon gedacht ich bin zu blöd für solche Sachen. Diese eisige Stimmung in den Bildern ist für Anfänger wie mich natürlich hochinteressant, aber da gibt es noch mehr Möglichkeiten. Infrarot eröffnet auch neue Möglichkeiten bei Wolkenzeichnungen und Dunst, das wäre dann auch ein Experiment für die Wintermonate, wenn sich das Grün rar macht.
      LG kiki

      23. August 2015 um 02:39

      • Ich finde es super dass du am Ball bleibst. Ist doch toll dass man genau das knipsen kann was Spass macht. Und eben, mit digital kann man ja herrlich experimentieren. Bin gespannt auf weitere Resultate. viel Spass wünscht dir Thee

        23. August 2015 um 18:03

  2. Oh ja, die neue Kamera macht schon einen Unterschied. Ich mag besonders den Effekt mit dem schwarzen Wasser, das gibt den Bildern etwas mystisches. Freu mich schon auf weitere Versuche 🙂

    23. August 2015 um 09:12

    • Vielen Dank Matt,
      mit der „neuen“ Kamera ist jetzt vieles einfacher. Nur ist jetzt leider erst einmal wieder die Sonne weg.
      LG aus dem trüben Bremen
      kiki

      24. August 2015 um 14:11

  3. Krass, Du hast den Dreh raus! Ich fand IR immer irgendwie interessant aber auch „schwierig“. Bei deinen Bildern jetzt wird mir langsam klar worin die Faszination bei dieser Technik liegt bzw. liegen kann. Bin neugierig auf weitere Eindrücke…

    23. August 2015 um 11:52

    • Ich mag solche Aufnahmen auch sehr. Gerade bei s/w sieht es im ersten Moment eigentlich ganz unspektakulär aus, aber dann stutzt der Betrachter doch ein wenig 😉 So ging es mir zumindest immer 😀 Es hat sich dann eigentlich als gar nicht so schwierig herausgestellt. Mit Schraubfiltern geht es ja auch ganz gut, wenn sie denn den gewünschten Effekt liefern. Da hatte es bei mir ein wenig Sand im Getriebe 😉
      LG kiki

      24. August 2015 um 14:16

  4. Hmhm. Bin mir nicht sicher, aber ich mag die Bilder trotzdem. Besonders das erste hat eine gewissen Sogwirkung. IR wirkt immer etwas geheimnisvoll. Hier ganz besonders. Weil man sich unwillkürlich nach der Geschichte dieses Baumes fragt. Gruß – KUM

    24. August 2015 um 11:22

    • Anscheinend hab ich immer mal wieder so einen Hang zu Merkwürdigkeiten. Das passt es eigentlich ganz gut rein 😉 Wie schon erwähnt, auf Dauer bleibe ich hier wohl auch bei s/w. Ich freue mich aber im Moment auch über die Ergebnisse mit dem Kanalmixer. Mit den Schraubfiltern hatte ich zum Rand hin immer so merkwürdige Verfärbungen, die sind nun bei den Bildern aus der „neuen“ Kamera verschwunden. Farbinfrarot sieht nur gut aus, wenn es gleichmäßig ausgeleuchtet ist.
      LG kiki

      24. August 2015 um 14:22

      • Du mauserst dich zu einer echten Expertin. Ich finde es gut, dass du so viel experimentierst. Nur so findest du deinen optimalen Ausdruck.

        24. August 2015 um 22:32

  5. Echt saustarke Bilder, Kiki. Da bekomme ich wirklich Lust drauf so etwas tolles auch zu machen!!! Super Ergebnisse. Ich würde glaube ich nur komplett die Farbe weglassen.
    LG, Markus

    25. August 2015 um 18:36

    • Moin Markus,
      den Kanalmixer werd ich selten benutzen. Hier war ich halt einfach verzückt, daß es viel besser aussieht, als bei der Verwendung der Schraubfilter. Mein Favorit bleibt auch s/w. Bei Infrarot ist dann oft so ein Leuchten in den Bildern, das kriegste sonst nicht hin 🙂
      Es ist ja auch nicht besonders schwierig. Das einzige Problem sind die passenden Linsen. Ich hab an der Kamera auch das 24-105 ausprobiert, sollte lt. Internet auch ein Wackelkandidat bzgl Hot Spot sein. Nix da, funktioniert tadellos. Also solltest Du irgendwann über eine umgebaute Canon für wenig Taler stolpern, kannste zugreifen. 😉
      LG kiki

      26. August 2015 um 00:26

      • Das mit dem atemberaubenden Leuchten kommt auf dem ersten Bild bei dir super rüber. Danke für den Tip mit der CANON.
        LG, Markus

        26. August 2015 um 08:16

        • Habe mir die Bilder noch mal angeschaut. Das Restblau des Himmels gefällt mit immer besser. Muss meine Aussage von vorher wohl revidieren.

          LG, Markus

          2. September 2015 um 10:43

          • Moin Markus,
            es ist ja häufig ganz normal, daß man gewisse Änderungen durchführt, wenn man die Bilder nach einer gewissen Zeit neu betrachtet. Digital ist es so einfach, dann neu daran herumzupfuschen. Infrarot bietet da genügend Spielraum. Im Moment ist es bei mir s/w, da sich die Bilder mit einem kleinen AHA Effekt von der normalen s/w Fotografie unterscheiden. Mit Farbe wirkt es dann noch einen Ticken surrealer, da braucht es bei mir aber auch noch Übung. Mal schauen, ob ich da noch etwas zustande bringe.
            LG kiki

            2. September 2015 um 20:40

            • Das stimmt echt. Die wirken wirklich besonders und scheinen surreal zu sein.
              LG, Markus

              3. September 2015 um 09:28

  6. Moin Kiki, großartig! Hoffentlich bleibt es noch lange grün, damit du noch viele solcher Aufnahmen machen kannst. Bärenstark! Ein bisschen neidisch bin ich jetzt schon, will auch! Das dritte Bild ist technisch und bildgestalterisch einfach perfekt, aber die beiden davor gefallen mir noch besser, vor allem das zweite. Dieses schneeweiße Gras im Vordergrund das wunderschöne Blau und die plüschigen Bäume – toll. Vielleicht lasse ich doch irgendwann die D300 umbauen…… LG, Conny

    28. August 2015 um 18:48

    • Moin Moin Conny,
      wär doch schade, wenn die gute D300 nur noch ungenutzt in der Ecke liegt 😉 Gib Dir doch Bedenkzeit bis nach dem Winter und entscheide dann. Jetzt ist der Zug fast abgefahren. Obwohl, ich werde bestimmt auch im Winter ein paar Versuche starten, da Infrarot ja oft den Himmel und die Wolken besonders klar durchzeichnet. Ich denke man kann in jeder Jahreszeit etwas finden und wenn man nur den Dunst aus der Landschaft wegzaubern möchte. 😉 Mein Hot Spot Kandidat gibt sich an der „Neuen“ keine Blöße, vielleicht ist es bei Dir genauso. Du kennst Deine alte Kamera, das ist ein Vorteil. Ich bin in’s kalte Wasser gesprungen. Bei Digitalkameras hab ich eigentlich nicht so ein Vertrauen wie zu den alten analogen Dingern. Aber gut, ich hoffe sie hält noch ein wenig durch. Sie hat allerdings auch weniger gekostet als ein Umbau, das machte mir dann die Entscheidung leichter 🙂
      LG kiki

      28. August 2015 um 22:35

  7. Klasse Bilder!!! Ich las meine alte 5D erstmal unbehandelt XD sie ja schon fast 8 Jahre auf dem Buckel fotografiert aber dennoch fröhlich vor sich hin ;D Alles gute

    28. August 2015 um 23:11

    • Vielen lieben Dank Alberto 🙂
      Ich hab mal die Seriennummer gegoogelt, meine ist wohl von 2007. Ist egal, sie mach einen robusten Eindruck. Tolle Kamera.
      LG kiki

      29. August 2015 um 23:44

  8. SUPER! Gruß Alois

    18. Dezember 2015 um 11:16

  9. Klasse – ich habe auch eine Alte umbauen lassen und bin zum Teil begeistert – zum Teil habe ich aber auch die lange Belichtungszeit geliebt. Mir ist die Idee gekommen die neue mit einem ND-Filter zu versehen, wenn mir mal wieder nach „verwehten“ Blättern zumute ist. Gut war ohne Umbau auch, dass man Farb und IR zu einem Bild verarbeiten konnte. Hat alles was! Aber ich muss auch immer noch üben. Auch ist das Licht nicht jeden Tag gleich gut und die Bea braucht auch Übung – auch wenn mein Kanaltausch mittlerweile eingespeichert ist und auf Tastendruck funktioniert. Beim letzten LR-Update sind irgendwie meine eigenen Vorgabeneinstellungen und auch mein selbst erstelltes IR-Kameraprofil abhanden gekommen – muss ich auch mal neu machen – die Wood-Zeit beginnt bald wieder 😉

    11. Februar 2017 um 21:46

    • Moin Birgit,
      Infrarot macht echt Spass, ich bin auch froh, daß mich meine eigene Hartnäckigkeit hier einfach immer wieder neu motiviert hat. Mit einer umgebauten Kamera ist vieles einfacher und den Trick mit dem ND Filter hab ich auch im Hinterkopf. Hier im Norden kommt ja öfters eine frische Brise vorbei. 😀 Das mit dem Kameraprofil ist zum Glück ja keine große Sache, aber es ist immer ärgerlich, wenn Updates alles durcheinander bringen. Adobe gehören die Ohren langgezogen!
      LG kiki

      13. Februar 2017 um 00:36

      • Jou – ich habe es wieder gerichtet. So war das gestern doch ein guter Anstoss es anzugehen 😉

        Das Problem von CR und LR ist ja, dass der Weißabgleich, der im IR schnell unter 2000K liegt nicht eingestellt werden kann. Daher muss man sich ein eigenes IR-Profil basteln. Das geht mit dem DNG Profile Editor, den kann man gratis laden. Das Problem hat man mit DPP – dem canoneigenen Raw-Konverter nicht, aber den mag ich nicht mehr, der ist so ungewohnt 😉

        13. Februar 2017 um 01:14

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