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Wehrhaft

Auf meiner Reise durch das schöne Georgien verschlug es mich auch für einen Tag in das abgelegene Dorf Ushguli. Auffälligstes Merkmal in dieser Gegend sind die großen Wehrtürme, die hier die Dörfer prägen.

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Ushguli ist berühmt und gleichzeitig doch bitterarm. Die Wehrtürme des Dorfes gehören seit 1996 zum Weltkulturerbe. Ein großer Titel für eine Gegend, dessen Bewohner zu den ärmsten des Landes gehören. Ein wenig Tourismus spült etwas Geld in die Haushaltskasse, es bleibt aber trotzdem eine hartes und karges Leben in diesem Dorf. Das Viehzeug läuft frei durch die Gassen, Feldarbeit wird hier noch mit der Hand erledigt. Die Wehrtürme dienten früher als Schutz bei Angriffen, ebenso schützen sie oft bei Lawinen, da die Spitzen dann immer noch aus dem Schnee ragen.

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Die Menschen leben von dem, was die kleinen Gärten und die Felder hergeben. Einige verdienen sich etwas dazu, indem sie als Bergführer Touristen durch die Berge begleiten oder ein Zimmer vermieten. Geld für die Instandhaltung der Türme ist oft auch kaum vorhanden, viele sind dem Verfall ausgeliefert. Ich habe meinen kleinen Ausflug trotzdem sehr genossen. Es war irgendwie schon fast eine kleine Zeitreise, aber mit den Bewohnern möchte ich nicht tauschen. Touristenromantik und das echte Leben sind hier zwei völlig verschiedene Welten.

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23 Antworten

  1. Großartige Aufnahmen! Da treffen wirklich zwei komplett verschiedene Welten aufeinander! Konntest du dich mit den Bewohnern (darüber) austauschen?

    17. November 2015 um 15:49

    • Moin Anette,
      nein, ich konnte mich mit den Bewohnern leider nicht unterhalten. Mit Russisch wär was gegangen, kann ich aber leider auch nicht. Man grüßte freundlich, das war’s. Ich war völlig beeindruckt von der ganzen Umgebung, da fehlten mir sowieso die Worte 😉
      LG kiki

      17. November 2015 um 17:06

  2. Hi Kiki
    danke für die Klasse Dokumentation über ein Gebiet was ich gar nicht kenne.Du hast deine Eindrücke die du schilderst mit einer super Auswahl Bildern untermalt. Finde die Farben beim ersten und letzten Bild grosse Klasse! Es spiegelt ja genau die Beschreibung, bescheiden ( im positiven Sinne 🙂 ) kein Firlefanz etc. eben schlicht!

    Diese Leute kennen nichts anderes. Aber hattest du nicht den Eindruck dass sie doch zufrieden sind? Guck mal unsere Zivilisation an: TV, Auto, iPad, iPhone, jedes Jahr tollen Urlaub, wenn man will jeden Tag Fleisch auf dem Teller. Und doch, guckt man sich mal die Suizidrate an….. Oder mir graut wenn ich höre was die Kinder alles so zu Weihnachten bekommen, für was für Beträge…..
    wünsche dir einen schönen ABend, LG Thee

    17. November 2015 um 16:51

    • Hallo Thee,
      es ist ein schlichtes Leben dort, da hast du recht. Natürlich haben die Bewohner einen Fernseher und viele auch ein Smartphone, aber man muß hier sehr hart für seine Eigenversorgung arbeiten. Im Winter ist das Dorf oft wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten, da geht vieles nur mit dem Hubi. Es ist, wie überall so, daß die jungen Leute das Dorf verlassen um in den Städten nach einer Arbeit zu suchen. Zurück bleiben die Alten und die, die sich damit arrangiert haben.
      LG kiki

      17. November 2015 um 17:12

      • Tja, mittels Media sehen halt die Jungen dass man in der Stadt eventuell mehr Perspektiven hat. Ist sogar hier in der CH. All die schnuckligen Dörfer in den Alpen leeren sich, die Jungen gehen in die Städte. Schade aber so ist es halt. Schönen Abend, LG Thee

        17. November 2015 um 18:42

  3. Echt super Beitrag, kiki! Entsättigt kommen die Bilder super rüber. Auch die s/w gefallen mir sehr gut. Der Oberhammer ist jedoch das vierte Bild. Wahnsinnig ausdrucksstark. Ich finde es klasse, dass du solche Reisen machst. Wirklich ungewöhnlich und individuell. Passt zu dir. 🙂
    LG, Markus

    17. November 2015 um 19:52

    • Vielen lieben Dank Markus,
      das Licht war bescheiden, da nutzt auch die Farbe nix mehr, also weg damit… zumindest ein wenig… 😉
      Es war echt schön dort. Nach den heißen Tagen in Tiflis konnte ich mich hier erst einmal abkühlen 😀 Das Dorf liegt auf ca. 2400m, da war es gut auszuhalten. Ungewöhnlich und individuell? Wenn du wüsstest wie viele Rucksacktrottel ich in Georgien gesehen habe, meinereiner inklusive 😀
      LG kiki

      17. November 2015 um 20:27

      • Wir wurden auch schon mal nach Tiflis eingeladen. Hätten sogar in einer Familie wohnen können, was ja immer gut ist, weil man echt mittendrin ist. Hat aber leider nicht geklappt. Ich glaube mein Wagen stand in einer Moskauer Garage und ich konnte sie nicht mehr finden.
        Wie, Rucksacktouris. Wer fährt denn nach Georgien? Echt. Dachte es wär noch ein Geheimtip. Kiki, mach mich nicht feddich!

        17. November 2015 um 20:36

        • Naja, in Tiflis ist es warm und man kann gut flanieren. Günstig ist es außerdem. Also bestes Rucksackrevier 😀 Die meisten Touristen bleiben allerdings in der Hauptstadt und machen Tagesausflüge in die Umgebung. Ist ja ein Land der kurzen Wege. Ich bin ein wenig durchs Land getourt und da haste auch noch deine Ruhe. Wird aber nicht ewig so bleiben. Mir ist es letztendlich wurst, solange ich da ganz in Ruhe mein Ding durchziehen kann. Ich fahr da auch wieder hin. An’s Schwarze Meer hab ich es nicht geschafft. 😦

          17. November 2015 um 20:47

  4. Großes Kino wiedermal bei Dir hier!!!

    17. November 2015 um 20:56

    • Vielen lieben Dank.
      War echt total klasse dort. Zumindest aus der Sicht eines Touristen.

      17. November 2015 um 21:03

  5. Puh, harte Gegend, hartes Leben, da möchte ich nicht tauschen ….

    17. November 2015 um 20:59

    • Ich möchte mit den Leuten auch nicht tauschen. Es war wie in früheren Zeiten. Man teilt sich das Haus mit dem Viehzeug, der kleine Garten rundum, wo in einer Ecke das Plumpsklo steht, dazu die schwere Feldarbeit an den Berghängen. Der Tourismus sorgt zwar für ein paar Taler, aber das ist nur ein Nebengeschäft, zumal die Saison auch sehr kurz ist.

      17. November 2015 um 21:12

  6. Schöne Reportage. Die Mischung macht’s. Härte und Kargheit kommt gut rüber. Eine ungewöhnliche Atmosphäre. Du lässt hier gar nicht erst den Gedanken an Romantik aufkommen. Das gefällt mir. Gruß – KUM

    18. November 2015 um 15:23

    • Ja, ich war etwas bestürzt, unter welchen harten Bedingungen die Leute hier leben. Für mich wär das nix. Bin kein Selbstversorger sondern durch den Supermarkt und Zentralheizung verdorben. Ich hätte jetzt gedacht, daß sie durch den Weltkulturerbetitel etwas besser dastehen, aber hab mich wohl getäuscht.
      LG kiki

      18. November 2015 um 20:17

  7. Moin Kiki, ich habe mir gerade via Google Earth angesehen, wo du da unterwegs warst. Klar, als Tourist ganz großes Kino, einsam und urtümlich, aber wer will schon mit dem Leben der Einwohner dort tauschen? Hart, arbeitsreich und karg, wenn man sich deine Bilder so ansieht. Wobei das jedem von uns sicher mal ganz gut täte ;-).
    Schade, dass die Türme so verfallen. Übrigens finde ich die erste Aufnahme ziemlich klasse, im Überblick sieht man, wie prägend die Türme für das Dorfbild sind und dahinter diese tollen Gebirgsketten, schön!
    LG, Conny

    18. November 2015 um 19:41

    • Moin Conny,
      als Trekkingtourist kann man es dort sicherlich eine Weile aushalten, wenn man nicht allzu verhätschelt ist 😉 Die Berge im Hintergrund sorgen für einen eindrucksvollen Blick, es sei denn, sie verstecken sich gerade in den Wolken, wie an meinem Besuch… 😀
      Ich wurde immer kleinlauter, je länger ich dort herum stöberte. Ich kann die Leute verstehen, die diesen Ort verlassen und irgendwo anders ein einfacheres Leben suchen. Tagtäglich der Natur die einfachsten Dinge abzuringen und davon zu leben ist etwas, was unsereiner nicht mehr kennt oder allenfalls als Abenteuerurlaub betrachtet.
      LG kiki

      18. November 2015 um 20:29

  8. Das sieht nach einem tollen kleinen Dörfchen aus, das mir auf jeden Fall gefallen könnte…die Berge im Hintergrund und die Türme sehen echt toll aus 🙂

    20. November 2015 um 11:54

  9. Das sind wunderschöne Eindrücke. Mir zeigt es vor allem, wie gut es uns geht. Sehr hohes Niveau auf dem wir klagen… Von dem Ort hatte ich bis jetzt keine Ahnung.Wieder was gelernt. Danke!
    Lg,
    Werner

    21. November 2015 um 13:42

    • Vielen lieben Dank Werner
      In solchen Momenten lernt man so etwas Alltägliches wie eine Heizung und warmes Wasser wieder richtig zu schätzen. Es sind oft die einfachen Dinge, deren Fehlen uns erst richtig bewußt macht, daß wir es hier richtig gut haben.
      LG kiki

      21. November 2015 um 14:05

  10. Such a beautiful series of photos and introduction of this village ~ well done.

    23. November 2015 um 05:27

    • Thanks a lot Dalo.
      This small village belongs to UNESCO World Heritage, but it isn’t advantageously for the peoples existence. It’s still a hard life in this area with a lot of poverty.
      It’s sad.
      Best regards kiki

      24. November 2015 um 19:31

      • It looks like an isolated area, which will make it tough to break from the poverty, and that must be very disheartening for the people there. Yet it is also the isolation that gives this place such purity and beauty. Wish you a great week Kiki.

        25. November 2015 um 00:16

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